Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

Historie

Die Anfänge der FFW Bernried

Die Gründungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern verläuft im ausgehenden 19. Jahrhundert allerorts in ähnlicher Weise. Nachdem das Löschwesen zunächst in sogenannten Pflichtfeuerwehren, für die ein strenges Reglement bestand, organisiert war, bildeten sich nach und nach Feuerwehrvereine auf freiwilliger Basis.

So belegt auch die Vereinsgeschichte der FFW Bernried, dass bereits 1867 im Gemeindebereich eine Pflichtfeuerwehr im Einsatz war. Die Gründung der FFW Bernried erfolgte im Jahre 1873, wobei der Übergang von der Pflichtfeuerwehr zum Freiwilligen Feuerlöschwesen fließend verlief.

Der Gründungsakt

Wie aus einem Amtsblatt des Bezirksamtes Bogen hervorgeht, erfolgte die Gründung der FFW Bernried im Anschluss einer Übung der damaligen Pflichtfeuerwehr. Dieses Amtsblatt nennt vier Gründungsmitglieder: Josef Ebner, Sebastian Gihl, Josef Karl, Johann Gegenfurtner.

Kauf der ersten Löschmaschine

1874 hat die Gemeinde einen Kaufvertrag über eine Feuerwehrspritze zum Kaufpreis von 300 Gulden abgeschlossen. 1875 wurde diese Spritze an die FFW Bernried geliefert. Bis zum Bau des ersten Feuerwehrhauses 1878 wurde sie zunächst im Pfarrstadl und dann beim heutigen Gasthaus "Zur Post" untergestellt.

Eine gute Ausrede

Schon damals war dem Erfindungsreichtum der Feuerwehrmitglieder keine Grenzen gesetzt, wenn es um eine gelungene Ausrede für das Fernbleiben bei den Übungnen ging . Einige der nachfolgenden Auszüge aus alten Unterlagen regen heute eher zum Schmunzeln an:

1. Feldmeier Josef, Häusler von Böbrach, entschuldigt sich damit, dass sein Weib nahe daran war zu gebären und er deshalb, da er ganz in der Einöde ist und niemanden zu Hause hatte, nicht von zu Hause weg konnte.

2. Michael Gansl entschuldigt sich mit Krankheit, hält sich überhaupt für unfähig und will ärztliches Zeugnis beibringen

3. Lorenz Stettmer entschuldigt sich damit. dass er dringende häusliche Arbeiten gehabt habe, dass er sein Getreide ausdreschen musste.

Erste Fahnenweihe 1895

Die erste Fahne der FFW Bernried wurde am 29. September 1895 geweiht. Fahnenmutter war Kreszenz Gihl. Vor Expositus Alkofer verpflichtete sich der damalige Kommandant Josef Helmbrecht, dass der Tag der Fahnenweihe ohne Exzesse verlaufen werde und dass sich sämtliche Mitglieder auch noch am Nachmittagsgottesdienst beteiligen.

Kauf der ersten Motorspritze

Die erste Motorspritze wurde 1935 unter sehr schwierigen Bedingungen angeschafft. Da die finanziellen Mittel des Vereins sowie der Gemeinde äußerst beschränkt waren, wurde der Kauf durch ein Darlehen über 2000 Reichsmark ermöglicht.

Zwischen den Kriegsjahren

Mit Ausnahme der Mitgliederlisten weist die Vereinsgeschichte und deren Dokumentation bereits für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und danach große Lücken auf, die eine fortlaufende Schilderung erschweren.

In den Stammlisten finden sich lediglich Eintragungen über gefallene und vermisste Feuerwehrkameraden wieder. Während der Kriegsjahre des Ersten und Zweiten Weltkrieges unterstand der Feuerwehrdienst wieder besonderer behördlicher Aufsicht, ähnlich der alten Pflichtfeuerwehren.

Auch in der Zeit der NS-Herrschaft waren Einflußnahmen auf das Feuerwehrwesen von staatlicher Seite zu beobachten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Verantwortung für den gemeindlichen Brandschutz wieder in freiwillige Hände über.

75-jähriges Gründungsfest 1949

Das erste herausragende Ereignis nach dem Zweiten Weltkrieg war das 75-jährige Gründungsfest, dass am 11. September 1949 gefeiert wurde.

Unter bescheidenen Verhältnissen kamen die Mitglieder der Feuerwehr sowie die Bevölkerung von Bernried dem Aufruf des ersten Kommandanten Johann Baumgartner nach, dieses Jubiläum würdig zu gestalten. Die kirchliche Umrahmung übernahm der damalige Pfarrer von Bernried, H. Josef Bleicher.

Mangel einer Feuersirene

Die Gemeindeverwaltung hat 1952 mit dem Kirchenvorstand vereinbart, dass bei Bränden mangels einer Feuersirene mit den Kirchenglocken geläutet wird:

  1. bei Bränden im Bereich der Gemeinde Bernried die große Glocke, anschließend alle Glocken
  2. außerhalb der Gemeinde die große Glocke

Kauf der 2. Tragkraftspritze

Im November 1965 konnte der Brandschutz in Bernried durch den Kauf einer neuen Tragkraftspritze erheblich verbessert werden. Der Kaufpreis für das Aggregat - Marke Ludwig - betrug seinerzeit die stattliche Summe von DM 3980,- zuzüglich Nebenkosten.
Ihre Bewährungsprobe bestand die Tragkraftspritze beim Großbrand in der Zieglei Venus in Schwarzach im Juli 1966. Die seinerzeitige Anschaffung kann als geglückt bezeichnet werden, da das Gerät bis heute zuverlässig seinen Dienst tut..

Das erste Fahrzeug

Während in den 60er Jahren bereits zahlreiche Feuerwehren in der Umgebung mit diversen Kleinfahrzeugen ausgestattet waren, kam für die Bernrieder Wehr die Anschaffung ihres ersten Fahrzeugs am 14. September 1969 relativ spät.

Die ständigen Bemühungen des 1. Kommandanten Ludwig Zenger wurden von Bürgermeister Karl Kartmann und seinen Gemeinderäten unterstützt, sodass die FFW Bernried mit einem gebrauchten Tragkraftspritzenfahrzeug ausgestattet werden konnte.
Dieses Fahrzeug - Marke Borgward - war ursprünglich als Bundeswehr-Gerät im Einsatz. Vor der Weihe des Fahrzeuges durch H. Pfarrer Siegfried Zacher waren diverse Umrüstungen an der Technik erforderlich, für die insbesondere die Feuerwhrkameraden Ludwig Bauer und Josef Kufner verantwortlich zeichneten.

Auch in den Folgejahren waren an dem mittlerweile nicht mehr ganz jungen Gefährt immer wieder Instandsetzungsarbeiten notwendig, die in vielen freiwilligen Helferstunden geleistet wurden.
Zuverlässig versah unser Borgward bis zum Kauf des ersten modernen Löschgerätes, TLF 16, im Jahr 1978 alleine und anschließend an dessen Seite den Löschdienst.

1996 wurde der "Oldtimer" unter anderem aus Platzgründen, wenngleich fahrbereit und sicherlich mit manch liebenswerten Erinnerungen der altgedienten Feuerwehrkameraden, an einen Liebhaber abgegeben.

100-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe

Ausschnitt aus der Deggendorfer Zeitung vom 07. August 1973

Noch nie so viele Gäste im Bernrieder Winkel

Die Feuerwehr feierte das 100-jährige Bestehen mit Fahnenweihe.

Mit dem Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr mit Fahnenweihe erlebte die Gemeinde Bernried eine eindrucksvolle Feier. Noch nie sah man hier so biele Gäste, die aufmerksam den Ablauf der Veranstaltung beobachteten. Das ganze Dorf war in Festtagsstimmung, die Häuser und Straßen waren reich geschmückt und beflaggt.


Mit einem Standkonzert wurde das Gründungsfest am Samstagnachmittag eingeleitet. Dann wurden der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Karl Baumgartner, der Patenverein Albertsried und die Fahnenmutter Emma Kufner mit den Festdamen abgeholt. Im Gasthaus "Zur Post" fand ein Festabend statt, zu dem Kommandant Xaver Kammerl, Landrat Walter Fritsch, dessen Stellvertreter Anton Dankesreiter, Kreisrat und MdL Josef Dittmeier, Plattling, Kreisrat und Oberbürgermeister Berthold Heckscher, Deggendorf, Kreisbrandinspektor Erich Pfaffinger, Schwarzach, und weitere Ehrengäste begrüßen konnte. Kammerl dankte allen, die mitgeholfen haben, das Fest vorzubereiten.

"Wir sind stolz, dass unsere Jugend mit Eifer und Idealismus in der Wehr Dienst verrichtet. So wie unsere Vorfahren hier vor 100 Jahren den Grundstein für die Feuerwehr legten, wollen wir geloben, weiterzubauen, selbstlos, treu und hilfsbereit." Bürgermeister Baumgartner meinte: "100 Jahre im Dienste der Heimat und ihrer Bevölkerung, 100 Jahre Schutz von Hab und Gut. Dieses Streben im Dienste am Nächsten war und wird getragen von einsatzbereiten Männern. Wir alle können auf diese hilfsbereite Wehr stolz sein." Baumgartner würdigte auchdie Verdienste der Jubilare, die jahrzentelang treu in der Wehr Dienst geleistet haben und versicherte, dass der Gemeinderat bestrebt sei, die Einrichtungen zu schaffen, die eine Wehr zur Erfüllung ihrer Aufgaben brauche. Die Jugend forderte er auf, recht zahlreich in die Reihen der Wehr zu treten. MdL Dittmeier versicherte, im Kreistag und im Landtag immer für die Belange der Feuerwehr einzutreten. "Die freiwilligen Leistungen der Wehren müssen anerkannt werden."

Landrat Fritsch zeigte sich erfreut, in seiner Geburtsgemeinde das Jubiläum der Feuerwehr zum 100-jährigen Bestehen miterleben zu können. "Ich fühle mich den Wehren verbunden, wie all den Organisationen, die sich um den Menschen annehmen, der in Not geraten ist oder Hilfe bedarf. Es ist erfreulich, dass wir in unserem Landkreis so viele Organisationen haben, deren Mitglieder sich uneigennützig für den anderen einsetzen, die Freizeit opfern und dies als selbstverständlich betrachten. Ich versuche bei Brand- und Schadensfällen selbst dabeizusein, da ich es als meine Pflicht ansehe, dass sich der Landrat um die Linderung der Not zu kümmern hat."

Dann überreichte der Landrat das Feuerwehrehrenzeichen in Gold an: Johann Eiglmeier, Unterkager, In Silber an Karl Baumgartner, Ludwig Biller, Karl Kartmann, Wilhelm Baumgartner, Josef Sagstetter, Alois Meier (alle Bernried), Josef Spranger, Pitzen, Josef Sagstetter, Josef Baumgartner (beide Böbrach), Josef Sixt, Rudolf Mittermaier, Josef Mittermaier, Josef Liebl (alle Krin), Ludwing Zenger, Birgacker, Alois Sagstetter, Oberkager, Johann Baumann, Unterkager, Johann Sagstetter, Grub, Michael Käser, Pommersberg, Josef Hagen, Adlwarting, Vitus Gruber, Rudolf Wagner (beide Willersbach), Johann Gegenfurtner, Außerirlach.

Kreisbrandrat Stadler erinnerte daran, dass die Gründung der Freiwilligen Feuerwehren vor 100 Jahren in der Erkenntnis erfolgte, dass man nur als Organisation gegen Brände und Naturkatastrophen wirkungsvoll eingreifen kann. Im Gründungsjahr seien in Bayern 142 freiw. Feuerwehren entstanden. Zu einem wirkungsvollen Einsatz gehöre aber auch die gute Ausbildung. Durch die Leistungsprüfungen beweisen die Wehrmänner ihr Können. Der gute Ausbildungsstand der Wehren habe sich bei den letzten Bränden im Landkreis positiv ausgewirkt. Stadler dankte allen, die dafür die Zeit opfern. Auch den Jubilaren, die es früher viel härter hatten, sagte Stadler Dank. Dann händigte er folgenden Männern Leistungsabzeichen in Silber aus: Franz Primbs, Ludwig Bauer, Franz Hartl, Max Aubeck, Alfons Hendorfer, Karl Schild, Manfred Hafner, Karl Sixt, Josef Bauer; Leistungsabzeichen in Bronze: Gruppe 1: Josef Baumgartner, Helmut Esterbauer, Franz Baumgartner, Reinhold Keser, Josef Ulrich, Josef Falter, Klaus Schorr, Helmut Holmer, Josef Falter (Unterkager); Löschgruppe 2: Josef Baumgartner jun., Johann Zitzelsberger, Franz Lallinger jun., Erwin Reichl, Rudolf Wagner, Josef Hartl, Friedrich Franz, Josef Mittermeier, Josef Geier.

Beinahe hätte am Vorabend des Festes das Wetter umgeschlagen, denn dunkle Gewitterwolken zogen auf. Es blitzte und der Donner hallte, aber der heftige Regen reichte nur bis zum Fuße des Hirschensteins in Böbrach. So konnte man trockenen Hauptes den Fackelzug zum Kriegerdenkmal durchführen, wo der Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen gedacht und bei den Klängen des guten Kameraden Kränze niedergelegt wurden.

Als am Sonntag um 05:00 Uhr die Festkapelle den musikalischen Weckruf durch das Dorf schmetterte, machten die Verantwortlichen der Wehr traurige Gesichter, denn bis ins Tal hing dichter Nebel und dunkle Wolken zogen über die Berge. Doch im Laufe der Morgenstunden hellte es sich auf und als die 48 Gastvereine musikalisch eingeholt wurden, hatte sich auch das Wetter aufgehellt. Die Straßen und Wege waren voll von Zuschauern und die zahlreichen Urlauber, die hier im schönen Bernrieder Winkel Erholung suchen, betrachteten dieses seltene Fest mit Anteilnahmen.

Der Farbenprächtige Festzug bewegte sich durch die geschmückten Straßen des Ortes zum Sportplatz, wo Pfarrer Siegfried Zacher den Festgottesdienst hielt. Die Gastfeuerwehren hatten sich mit ihren Fahnen im Halbkreis aufgestellt. In seiner Festpredigt meinte Pfarrer Zacher: "100 Jahre lang haben sich Männer und Burschen um die Fahne der Feuerwehr Bernried geschart, um in selbstlosem und oft gefahrvollem Einsatz dem Mitmenschen in Not und Gefahr zu helfen. Die Männer verdienen Dank und Anerkennung. Ihr Geist ist nicht tot, der Geist der Hilfsbereitschaft und Kameradschaft lebt weiter. Eure neue Fahne ist Zeichen und Beweis dafür. Mit der Fahne werden die hochfeste des kirchlichen Lebens mitgestaltet, sie soll immer daran erinner, dass ihr's tut im Geiste echten Glaubens und aufrichtiger Frömmigkeit. Unter dieser geweihten Erde werden sich eure künftigen Feste gestalten. Helfen in der Not ist unser Gebot, das ist der Weg, den euch eure Fahne zu gehen heißt." Dann gab er der neuen Fahne den kirchlichen Segen. Den Gottesdienst umrahmte die Festkapelle mit Chorälen, die von den Besuchern mitgesungen wurden.

Kommandant Xaver Kammerl hieß die zahlreichen Gastvereine und Festgäste im schönen Bernrieder Winkel herzlich willkommen. "Wir fühlen uns verpflichtet, wie bisher kameradschaftlich auch den nachbarwehren gegenüber zusammenzustehen und die weiteren 100 Jahre durchzustehen." Bürgermeister Baumgartner, der alle Bürgermeister, Kreisräte und die Funktionäre der Feuerwehren begrüßte, dankte allen für die ordnungsgemäße Abwicklung der Veranstaltung. "Unsere Feuerwehr hat im Laufe der Jahrzehnte schwierige Aufgaben bewältigt. Dank deshalb den Männern, die sich freiwillig zur Verfügung stellen. Die Jugend sollte nicht abseits stehen. Vereine werden kommen und gehen; die Feuerwehr wird immer bestehen."

Kreisbrandrat Ferdinand Stadler, der auch die Grüße des verhinderten Landrats Fritsch überbrachte, dankte Pfarrer Siegfried Zacher, der die Fahnenweihe so eindrucksvoll gestaltet habe. Die neue Fahne sei ein Sinnbild und Mittelpunkt zum Feuerschutz in der Gemeinde. Bei den Klängen des Chorals vom guten Kameraden und nach einem Prolog einer Festdame haftete Bürgermeister Baumgartner das von der Gemeinde gestiftete Trauerband an die neue Fahne. Es folgten die Ehrenbänder der Fahnenmutter, der Festdamen, des Patenvereins und die Erinnerungsbänder. Der Festzug bewegte sich anschließend über die Engerlgasse durch die Dorfstraßen. Den ganzen Tag herrschte herrliches Sommerwetter, sodass die vielen Gäste die landschaftliche Schönheit des Bernrieder Winkels ausgiebig bewundern konnten.

Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses 1974

Nur noch wenige Feuerwehrkameraden können sich noch an das erste Gerätehaus erinnern, dass man am Fuße der alten Dorfgasse gegenüber dem heutigen Lebensmittelmarkt Eigelmeier stand.

Aufgrund der steigenden technischen Anforderungen, der zunehmenden Auflagen für die ordnungsgemäße Unterbringung von Fahrzeugen und Geräten sowie im Vorgriff auf die Anschaffung eines modernen Tanklöschfahrzeuges beschloss der Gemeinderat im Jahre 1974, das inzwischen viel zu eng gewordene Gebäude im Ortsinneren aufzugeben und am Ortsrand auf gemeindeeigenem Gelände ein modernes Gerätehaus zu errichten.

Neben zwei Fahrzeugstellplätzen sowie einer Garage wurden in dem Objekt auch ein Schulungsraum sowie Sanitäranlagen integriert. Die technische Ausstattung wurde durch eine Schlauchwaschanlage, eine stationäre Funkausstattung und beheizte Stellplätze vervollständigt.

Die Kosten der Gesamtanlage betrugen seinerzeit DM 65.000,-. Davon haben Mitglieder für DM 8720-, Eigenleistungen erbracht, für DM 3050-, wurde Material gespendet. Nach Fertigstellung konnte die feierliche Einweihung durch H. Pfarrer Siegfried Zacher erfolgen und das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden..

Das erste Tanklöschfahrzeug

Mit dem Kauf des ersten Tanklöschfahrzeuges, das am 22. Juli 1978 eingeweiht wurde, konnte eine große Lücke in der technischen Ausrüstung der Bernrieder Wehr geschlossen werden. Über den zeitlichen Ablauf berichtete die "Deggendorfer Zeitung" in einem detaillierten Artikel, der in der Ausgabe vom 26. Juli 1978 erschien:

Mit dem Tanklöschfahrzeug wurde eine Lücke geschlossen

Weitere Verbesserung des Feuerschutzes in der eneuen Gemeinde - Weihe und Übergabe

Das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Bernried erhielt am Sonntag den kirchlichen Segen und wurde offiziell in den Dienst gestellt. Vorher fand in der Pfarrkirche ein Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder der Wehr statt. Pfarrer Siegfried Zacher betonte zu Beginn, dass Feuerwehrdienst Gottes- und Menschendienst sei. Nach dem Gottesdienst bewegte sich ein Festzug zu den Klängen der Bernrieder Musikanten zum Feuerwehrhaus.

Kommandant Xaver Kammerl konnte als Gäste Oberamtsrat Hans Seidel (Landratsamt), Kreisbrandinspektor Erich Pfaffinger (Schwarzach), die Kreisbrandmeister Rudolf Kopp (Metten), Josef Jungmeier (Schwarzach), die Bürgermeister Karl Gegenfurtner (Edenstetten), Ludwig Kandler (Offenberg), Max Löw (Schwarzach), Kreisbrandrat Helmut Kilian (Zwiesel), Vertreter der Lieferfirma, Abordnungen der Nachbarwehren mit Fahnen aus Edenstetten, Egg und Albertsried, des Krieger- und Reservistenvereins, die Gastgeber mit Fahnenmutter Emma Kufner und die Gemeinderäte begrüßen. Nach dem Segen durch Pfarrer Zacher übergaben H. Wagner und Kreisbrandrat Kilian als Vertreter der Lieferfirma die Schlüssel des Fahrzeuges an Bürgermeister Gegenfurtner.

Als früherer Bürgermeister schilderte Karl Baumgartner die Vorgeschichte der Anschaffung des Fahrzeuges. Durch Unterstützung der Regierung konnte in den letzten Jahren hier eine erhebliche Verbesserung des Feuerschutzes erreicht werden. Ein neues Gerätehaus mit dre Stellplätzen wurde geschaffen und als Standplatz für das Tanklöschfahrzeug Bernried festgelegt. Den Kauf hat der alte Gemeinderat noch beschlossen, die Feuertaufe das Fahrzeug kürzlich bei dem Scheunenbrand in Außerirlach bestanden. Bürgermeister Gegenfurtner verwies darauf, dass seit Bestehen der neuen Gemeinde bereits das zweite Feuerwehrfahrzeug geweiht wurde. In Kürze werde noch in Egg ein neues Feuerwehrfahrzeug in den Dienst gestellt. Damit sei in dem neuen Gemeindegebiet ein Ausrüstungsstand bei den Wehren wie nie zuvor erreicht. Hierführ mussten 400.000 DM aufgewendet werden. Für die Hälfte müssen Zinsen bezahlt werden, weil die genehmigten und zugesagten Zuschüsse lange auf sich warten lassen. Der Bürgermeister bat Oberamtsrat Seidel im Landratsamt als "geldgebender Florian" zu walten und finanziell die Gemeinde rasch zu unterstützen. MdL Dieter Görlitz, der durch die vorzeitige Vergabe des Zuschusses für das Edenstettener Fahrzeug sein Gesellenstück leistete, könnte die Meisterprüfung ablegen, wenn für das Tanklöschfahrzeug vorzeitig die Zuschüsse kommen würden.

Oberamtsrat Seidel, der die Grüße des verhinderten Landrats überbrachte, erinnerte daran, dass dies die schnellste Maßnahme war, die für die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges durchgezogen wurde. Das erste Gespräch fand am 14. Januar bei der Kommandantentagung in Innenstetten statt, am 1. Februar fasste der Gemeinderat den Beschluss, am 8. Februar wurde das Gesuch mit Unterlagen dem Landratsamt vorgelegt, am 14. Februar mit Stellungnahmen an die Regierung weitergeleitet und von dort wurden bereits am 7. März Zuschüsse für 1980 in Aussicht gestellt. Der Landkreis werde finanziell mithelfen und noch in diesem Jahr zwei Drittel des zu gewährenden Zuschusses bereitstellen. Im Bereich der neuen Großgemeinde wurden in den letzten Jahren für das Feuerwehrwesen 800.000 DM aufgewendet. Die Gemeinde Bernried sei im Landkreis die bestausgerüsteste Gemeinde ihrer Größe. Als Standort wurde Bernried gewählt, weil die vielen Einöden und Weiler nur unzureichend mit Löschwasser versorgt seien. Auch zahlenmäßig zähle Bernried nun zu den stärksten Wehren.

KBI Pfaffinger war erfreut darüber, dass nun eine Lücke im Feuerlöschwesen geschlossen sei. Bürgermeister Kandler versprach, sich im Kreissausschuss und Kreistag für eine finanzielle Unterstützung einzusetzen. Grußworte sprach auch Bürgermeister Löw (Schwarzach), Kommandant Kammerl gab einen kurzen Einblick in die Chronik. Das erste Löschgerät wurde 1875 angeschafft (noch vorhanden), 1933 die erste Motorspritze, 1965 eine TS 8 (Motorspritze), 1969 das erste motorisierte Fahrzeug und nun als Krönung das TLF 16..

Der erste Mannschaftswagen

Ausschnitt aus der Deggendorfer Zeitung vom 22. Mai 1984

Lücke im Fahrzeugpark der Feuerwehr geschlossen

Mannschaftswagen wurde geweiht - "Tag der offenen Tür" mit Vorführung

Das auf Anregung der jungen Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Herbst angeschaffte gebrauchte Kombifahrzeug, das zu einem Mannschaftswagen umfunktioniert wurde, erhielt am Samstagabend durch Pfarrer Siegfried Zacher den kirchlichen Segen. Vorher fand für die versotrbenen Feuerwehrkameraden in der Pfarrkirche ein Gedenkgottesdienst statt. Nach dem Gottesdienst zog man gemeinsam zum Feuerwehrgerätehaus, wo Pfarrer Zacher das Fahrzeug weihte und die Weihegebete sprach. Kommandant Xaver Kammerl konnte Bürgermeister Karl Gegenfurtner, Fahnenmutter Emma Kufner, Kreisrat Karl Baumgartner, Gemeinderäte, Kreisbrandmeister Rudolf Kopp, den Patenverein Albertsried mit Fahnenmutter Edenhofer, eine Abordnung der Nachbarwehr Edenstetten und viele Gäste begrüßen. Er betonte, dass mit diesem Auto eine Lücke im Fahrzeugpark der Freiwilligen Feuerwehr geschlossen wurde.

Seit zwei Jahren sei es der Wunsch, besonders der Atemschutzträger, gewesen, einen Mannschaftswagen anzuschaffen. Die jungen Wehrmänner hätten sich besondere Verdienste erworben. In vielen Freizeitstunden hätten sie an dem Fahrzeug gearbeitet und es als Mannschaftswagen hergerichtet. Es dient vor allem dem Transport der Wehrmänner zu den Übungen und Einsätzen. Mit dem kleinen Gartenfest sollen durch den Reinerlös die Unkosten für die Anschaffung und den Umbau beglichen werden. Bürgermeister Karl Gegenfurtner dankte den jungen Wehrmännern für die vielen freiwilligen Arbeitsstunden und den aktiven Einsatz für den Feuerschutz. Er wie auch Kreisbrandmeister Kopp bezeichneten es als erfreulich, dass der Wille zur Freiwilligkeit bei den Feuerwehren weiterhin ungebrochen sei.

Generationswechsel bei der "Bernrieder Wehr" 1990

Bei der Generalversammlung am 21. April 1900 trat die "alte Garde" der Feuerwehrkommandanten und Vorstände ab. Nach 23 Jahren aktiver Tätigkeit, davon 17 Jahre als erster Kommandant sowie 6 Jahre als Stellvertreter, schied Xaver Kammerl aus dem Führungsgremium des Vereins aus.

Auch der 1. Vorsitzende Josef Baumgartner stellte nach 33 aktiven Dienstjahren sein Amt wieder zur Verfügung. Dabei überließ man schon im Vorfeld nichts dem Zufall, um einen reibungslosen Wechsel an der Vereinsspitze herbeizuführen. Nach einem unter der Aufsicht von Bürgermeister Karl Gegenfurtner in gewohnt lockerer und straffer Weise durchgeführten Wahlgang stand das Ergebnis fest.

Zum 1. Kommandanten stieg Dionys Angermann auf. Neuer Vorsitzender des Vereins wurde Johann Wagner. Auch in den übrigen Schlüsselpositionen erfolge eine personelle Verjüngung, die dem Verein für die künftigen Jahre zugute kommen sollte.

Der zweite Mannschaftswagen

Nachdem der erste Mannschaftswagen gut neun Jahre lang zuverlässig seinen Dienst als Transportmittel für Übungen und Einsätze absolviert hatte, musste das Fahrzeug schließlich aus Altersgründen ausgemustert werden. Da sich in der Vergangenheit gezeigt hatte, wie wertvoll ein zusätzliches Transportmittel für den Wehreinsatz ist, zögerte die Vorstandschaft nicht, aus eigenen Mitteln ein Ersatzfahrzeug anzuschaffen.

Zu diesem Zweck wurde ein gebrauchter, wenn gleich noch gut erhaltener Transporter VW Kombi erworben und in zahlreichen freiwilligen Helferstunden auf die Bedürfnisse der Feuerwehr umgerüstet. Der Gemeinderat belohnte die freiwillige Initiative mit einem finanziellen Beitrag, mit dem die technische Ausstattung des Fahrzeugs bestritten wurde.

Am 5. Juni 1993 erhielt der zweite Mannschaftswagen durch H. Pfarrer Josef Aichinger den kirchlichen Segen. Im Anschluss daran fand ein Gartenfest mit Schauübung statt, dessen Erlös der Mitfinanzierung des Fahrzeugs zugute kam.

120-jähriges Gründungsfest

Im Rahmen des 13. Bernrieder Dorffestes feierte die Freiwillige Feuerwehr Bernried am 15. August 1993 ihr 120-jähriges Bestehen. Auftakt des Festtages war die Einholung des Ehrenvorsitzenden Josef Baumgartner und der anschließende Festzug zur Fahnenmutter Emma Kufner. Dort wurden die Kameraden von ihrer Fahnenmutter festlich bewirtet.  Nach einem Festgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder zogen die eingeladenen Vereine feierlich durch den Ort zum Festplatz. Mit einem bunten Rahmenprogramm wurde der Ehrentag gestaltet. Als Dankeschön wurden den Gastvereinen Erinnerungsgeschenke überreicht.

Die unendliche Geschichte des neuen Löschfahrzeuges

Bedingt durch das hohe Alter des Tragkraftspritzenfahrzeuges "Borgward" mit nunmehr 37 Dienstjahren und häufiger technischer Defekte stellte die Vorstandschaft bereits 1993 bei der Gemeindeverwaltung  Bernried einen Antrag auf Anschaffung eines geeigneten Ersatzfahrzeuges. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat beführwortet, jedoch unter dem Vorbehalt einer Bezuschussung durch die Bezirksregierung von Niederbayern.

Im Rahmen der Antragsbearbeitung durch die Regierung stellte sich jedoch heraus, dass für die gewünschte Ersatzlösung eine Förderung nicht möglich war. Als Alternative wurde jedoch vorgeschlagen, das vorhandene TLF 16 an die Nachbarfeuerwehr Edenstetten abzugeben, wodurch der Weg für ein neues Fahrzeug LF 16 für die Bernrieder Wehr bereitet wurde. Nachdem die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Edenstetten diese Lösung ebenfalls befürworteten, stand der Anschaffung des neuen LF16/12 nichts mehr im Wege.

Ausschnitt aus dem Plattlinger Anzeiger vom 19. August 1996

Was lange währt, wird endlich gut

"Passt's ma ja guad auf des neue Fahrzeug auf", gab Bürgermeister Karl Gegenfurtner bei der Schlüsselübergabe für das neue Löschfahrzeug LF 16/12 an Kommandant Dionys Angermann zu verstehen. Damit ging ein langgehegter Wunsch der FFW Bernried in Erfüllung. Pfarrer Josef Aichinger nahm die Weihe des 480.000 DM teuren Gerätes vor.

Das Grußwort des Kommandanten galt einer Reihe von Ehrengästen: stellvertretendem Landrat Markus Stöger, Bürgermeister Karl Gegenfurtner mit Gemeinderat, der Fahnenmutter Emma Kufner, KBR Leopold Schmid, KBI Johann Schrimpf, KBM Georg Kerschl, EKBI Erich Pfaffinger, EKBM Rudolf Kopp, der FFW Albertsried als Patenverein sowei den Wehren von Egg und Edenstetten. Die Feuerwehr, so Pfarrer Josef Aichinger beim Segen, habe es sich zum Ziel gesetzt, bei Brand, Unfall und Katastrophen zu helfen, was eine lobenswerte Aufgabe im Dienst am Nächsten darstelle. Bürgermeister Karl Gegenfurtner meinte im Hinblick auf die nicht günstig verlaufende wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden, dass es sich wohl auf lange Sicht um das letzte neue letzte neue Feuerwehrfahrzeug handeln dürfte.

Auch die Gemeinde Bernried müsse sich nach der Decke strecken. Die FFW Bernried sei ja eigentlich bescheiden gewesen, wollte sie doch nur einen Ersatz für ihren alten Borgward Baujahr 1956. Hauptfeuerwehrfrau Waltraud Wagner zeigte wieder mal, dass sie nicht nur ein "gestandenes Mannsbild" an der Spritze ist, sondern auch das weibliche Gefühl beim Arrangement eines Blumenschmucks, vollzogen am neuen FFW-Auto, mitbringt. Die Verantwortlichen waren des Lobes voll darüber, was sie mit Patrizia Wagner und Elisabeth Wallner gezaubert hatte.

Dankesworte von Dionys Angermann gingen an die Nachbarwehr Edenstetten, welche mit Kommandant Alois Stiglbauer und der tatkräftigen Unterstützung von Kreisbrandmeister Georg Kerschl auf dem Tauschwege den Ankauf des Neufahrzeuges ermöglichten. Aus den Worten Angermanns war zu entnehmen, dass es die FFW Benried sehr wohl zu schätzen weiß, was Bürgermeister, Gemeinderat und die Kameraden von Edenstetten für sie getan haben. Andererseits sind sie helfer in der Not für den Bürger, wovon sich auch Rechte für ein optimales Einsatzgerät ableiten lassen.

KBR Leopold Schmid wünschte der FFW allseits gute Fahrt. Alle Wehren in der Gemeinde verfügten nun über eine solide Ausstattung an Gerät. "Hier ist", so Schmid, "die Welt in Ordnung, hier gelingt es noch, den Nachwuchs für den Dienst an der Gemeinschaft zu motivieren. Aber auch das Sicherheitsbedürfnis und die Hilfsbereitschaft der Leute ist noch sehr ausgeprägt." "Momentan spricht ja alles vom Geld, das nicht vorhanden ist", meinte stellvertretender Landrat Markus Stöger; so bleibe es natürlich nicht aus, dass man über neue Konzepte für die Feuerwehren nachdenke. Stöger: "Aber jede Kritik verstummt schnell, sobald Hilfe vonnöten ist." .

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bernried

Weiteres folgt...


Dies sind Ausschnitte, die auch in unserer Chronik zum 125-Jährigen Vereinsbestehen nachzulesen sind.

Sollten Sie Interesse an einer solchen Chronik als Buchfassung haben, wenden Sie sich an unseren 1. Vorstand.